Unsere Antworten auf Pressefragen

WEIL AM RHEIN. Fragebogen zur Gemeinderatswahl

1. Braucht Weil am Rhein eine Fußgängerzone? Und falls ja, von wo bis wo?

Die Stadt Weil am Rhein braucht eine Fußgängerzone vom Kaufring bis zur Bühlstr.,um die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu verbessern. Schon im Agenda 21 Prozess der Stadt Weil am Rhein im Jahr 2002 haben sich bei einer Umfrage 74% der Bevölkerung für eine Fußgängerzone ausgesprochen. Dies kommt auch letztendlich den Geschäften an der Hauptstr. zu Gute, wie man in vielen Städten sehen kann.

2. Falls die Mini-Fußgängerzone beim Kaufring kommt, wie kann man dann die Wohngebiete südlich und nördlich der Hauptstraße vor Umgehungsverkehr schützen?

Über eine sinnvolle Beschilderung und ein geschicktes Einbahnstraßensystem wie schon in Basel realisiert muss der Autoverkehr aus den Wohngebieten ferngehalten werden. Die Parkgelegenheiten müssen durch ein elektronisches Parkleitsystem aufgezeigt werden, um Parkplatzsuchende aus dem Quartier fernzuhalten. Die Parkraumbewirtschaftung muss auch in den Nebenstraßen umgesetzt werden.

3. Braucht Weil am Rhein die Tramverlängerung bis zum Läublinpark?

Eine Tramverlängerung würde noch mehr Bürgerinnen und Bürger zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen. Es ergibt sich ein Einzugsgebiet von ca. 15.0OO Einwohnern, die in unmittelbarer Nähe die Tram nutzen könnten. Gleichzeitig könnten die Buslinien, die bisher noch durch die Innenstadt fahren umgeleitet werden, um noch nicht erschlossene Stadtgebiete an den ÖPNV anzubinden. Aus diesen Gründen braucht Weil am Rhein die Verlängerung.

4. Müssen östlich der Innenstadt zusätzliche Parkmöglichkeiten geschaffen werden, um ein Gegengewicht zu den Centern an der Hangkante zu schaffen?

Dies wäre überlegenswert zumal von beiden Seiten der Zugang zum neuen Zentrum gewährleistet wäre. Es ist jedoch nicht grüne Politik Parkplätze und den damit entstehenden Verkehr zu fördern.Ziel sollte es jedoch sein den Bürger zu bewegen den ÖPNV und das Fahrrad zu nutzen. Fahrradstationen in den Eingangsbereichen der Innenstadt würde die Attraktivität der Innenstadt noch weiter erhöhen.

5. Wohnraum und Bauplätze sind knapp. Sollte künftig höher als bisher gebaut werden, um die Flächen besser auszunutzen?

Höhere Bauten benötigen auch mehr Freiflächen. Wir haben in der Vergangenheit gut daran getan uns von den klassischen Hochhäusern zu verabschieden. Ein mehrgeschossiger Wohnbau mit Quartierscharakter scheint uns eine akzeptable Zwischenlösung zu sein sowie wie wir dies im Baugebiet Hohe Straße verwirklicht haben. In Einzelfällen sollte bei der Bebauung bei der eine Geschosserhöhung andiskutiert werden

6. In Tübingen will man die Eigentümer von unbebauten Baugrundstücken zur Bebauung zwingen. Würden Sie das auch in Weil am Rhein gutheißen?

Eine gute Überzeugungsarbeit bei den Bürgerinnen und Bürgern ist uns wichtig. Sollte diese nicht zielführend sein gibt uns der Gesetzgeber die Möglichkeit Zwangsmaßnahmen zu ergreifen. Dies sollte jedoch nur der letzte Möglichkeit sein.

7. Die Nordwestumfahrung wird in Kürze bis zur Heldelinger Straße fertiggestellt. Wie sollte sie nach Süden fortgeführt werden?

Eine Weiterführung der Nordwestumfahrung macht für uns keinen Sinn. Wenn überhaupt kann sie nur parallel zur Autobahn weitergeführt werden, um an die B532 anzuschließen. Da die Autobahn jedoch schon als Umfahrung dient stellt sich natürlich die Frage des Zusatznutzens. Er  steht in keinem Verhältnis zum Flächenverbrauch und der Zerstörung des Naherholungsbereichs.

 8. Für eine Verbindung der Nordwestumfahrung mit der Zollfreien bräuchte es das Millionen-Projekt Durchstich unter der Bahn. Ist es realistische an dessen Bau festzuhalten?

Dies ist nicht realistisch, da  im Bundesverkehrswegeplan der Durchstich für die nächsten Jahrzehnte nicht vorgesehen ist. Wir sollten das Geld lieber in den ÖPNV und die Verbesserung des Radverkehrsnetzes investieren. Darüber hinaus stehen im Haushalt wichtige Projekte an. Zu nennen wäre die Tramverlängerung, Sanierung bzw. Neubau der Festhalle in Haltingen, Rathauserweiterung und der Erweiterungsbau der Gemeinschaftsschule.

9. Unterstützen Sie die Einführung eines 1-Euro-Tickets für den städtischen Busverkehr?

Dies unterstützen wir, wenn alle Orteilsteile der Stadt Weil am Rhein eingebunden werden. In diesem Zusammenhang sollte nochmals das Haltstellenkonzept überprüft werden , so dass jeder Bürger im Umkreis von 300-400 m eine Bushaltestelle oder anderen öffentlichen Nahverkehr  vorfindet. Zum anderen sollte es ein einheitliches Ticket geben, welches die Bürger an den gewohnten Verkaufsstellen, aber vor allem auch digital in Form in einer Weiler ÖPNV App erwerben können.

10. Die Einwohner der Stadt werden immer älter. Wie wollen Sie dazu beitragen, die Ärzteversorgung zu verbessern?

Die Stadt muss ein medizinisches Versorgungszentrum als Eigenbetrieb gründen, der als Arbeitgeber Ärzte in Voll- und Teilzeit einstellt. Der Verwaltungsaufwand und das unternehmerische Risiko wird somit den jungen Ärzten abgenommen. Der Eigenbetrieb kann die Arztpraxen übernehmen für die keine Nachfolger gefunden werden. Somit ist eine weitere flächendeckende ärztliche Versorgung im Stadtgebiet und in den Ortsteilen möglich.

11. Häufig wird über den vielen Müll und Unrat geklagt, der überall liegen bleibt. Liegt das nicht einfach daran, dass es zu wenige Mülleimer in der Stadt gibt?

Es kann vorkommen, das an stark frequentierten Stellen vielleicht Mülleimer fehlen. Dem muss Abhilfe geschafft werden. Es ist aber auch die Selbstverantwortung des Bürgers gefordert, wenn möglich seinen Müll selbst zu entsorgen. Darüber hinaus ist es ein gesellschaftliches Problem, das angegangen werden muss.

12. Sollte man nach den Erfahrungen mit der Gemeinschaftsschule bei der Sanierung der Haltinger Festhalle nicht grundsätzlich auf Abriss und Neubau setzen, selbst wenn die Kosten dagegen sprächen?

Es macht auf jeden Fall Sinn die Option eines Neubaus zu überprüfen. Dieser muss nicht zwingend teurer sein als eine Sanierung, wenn er zu niedrigeren Betriebskosten führt. Das Kostenrisiko beim Neubau wäre auf jeden Fall geringer. Der Neubau könnte nach den neuesten energetischen Standards gebaut werden. Die „neue“ Festhalle könnte durchaus als neue Stadthalle für die gesamte Stadt Weil am Rhein fungieren zumal sie durch die Nordwestumfahrung verkehrstechnisch sehr gut erreichbar ist und an den ÖPNV angebunden werden kann.